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Marina Sturm — schneeweiß

Nirgends ist das Böse so tiefgründig, die Moral so einfach und der Ausgang der Geschichte so befreiend wie im Märchen. Es sind zarte und wilde Geschichten, die, obwohl sie oberflächlich betrachtet einfach wirken, voll menschlicher Abgründe stecken. Märchen sind kollektive Bilder, die in unserem Bewusstsein fest verankert sind und die wir doch oft in ihrer Vielschichtigkeit nicht auf den ersten Blick verstehen.

 

Die grundlegende Symbolik der Märchen, die belebte Natur in Form von sprechenden Tieren, das Auftreten von heilenden Kräften, von schützenden Mächten an der Schwelle zur Adoleszenz, von verwunschenen Prinzen, die auf Erlösung hoffen, hat auch noch auf erwachsene Menschen eine große Anziehungskraft. Den positiven Kräften gegenüber stehen hässliche, meist zwergenhafte Kreaturen, die in ihrer charakterlichen Schwäche oft klein, unduldsam, gierig und böse auftreten und deshalb gegen Wesen von Liebe und Großmut verlieren.

Wie stellt man aber eine solche Zwischenwelt dar, die nicht greifbar existiert? Kann man das nicht Greifbare angemessen abbilden? Die Essenz des Märchens, die eigentliche Geschichte, soll zwischen dem Darstellen und Weglassen hervortreten und viel Raum geben für eigene Phantasie.

  • Art und Umfang
  • Abschluss Diplom (Kommunikationsdesign)
  • Studienrichtung Foto
  • Betreut durch Prof. Jörg Winde und Kai Jünemann
Marina Sturm Marina Sturm