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Julia Unkel — im Angesicht

In meiner Arbeit mit dem Titel „im Angesicht“ widme ich mich verschiedenen Aspekten der Fleischindustrie. Dabei bediene ich mich der Dokumentarfotografie, um Einblicke hinter die Kulissen einer Schlachterei zu erlangen und diese, mit der Betonung auf einzelne Teilbereiche, wiederzugeben. Es geht um eine realitätsnahe Fotografie in den Genres der Interieur-, Still Life und Portraitfotografie. Der Reiz der Arbeit besteht darin das Thema „Schlachthöfe“ zu behandeln, ohne den eigentlichen Prozess des Schlachtens zu zeigen. Mein Ziel ist es das Umfeld des Geschehens zu visualisieren, dabei aber auf jegliche Wertung zu verzichten. Fleischstücke oder auch lebendige Tiere kommen, zumindest in der gängigen Form, nicht vor. Die frisch abgeschnittenen Tierköpfe spiegeln eine Ruhe wider. Sie sehen aus als befänden sich die Tiere in einem Zustand zwischen Leben und Tod. Die Räume wirken clean, steril und aufgeräumt. So überlasse ich dem Betrachter seiner Vorstellungskraft. Die mehr oder weniger blutbefleckte Kleidung der Angestellten lässt deren Beschäftigung erahnen, dennoch erscheinen diese nicht unsympathisch. Die Darstellung der Motive zeigt sich überwiegend hell und entsättigt. So wird die Sterilität der Aktionen in praktischer, aber auch in emotionaler Sicht zusätzlich betont.