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Hannah Westermann — time will tell

Trachten sind heutzutage in fast allen deutschen Regionen als Kleidung aus dem alltäglichen Leben verschwunden. Vielerorts bemühen Trachtengruppen sich um den Erhalt der Tracht – und somit auch um das Wissen der damit verbundenen Handwerkskünste und die Fähigkeit Trachten ›lesen‹ zu können. Trachten dienten schon immer als Kommunikationsmittel. Nicht nur regionale Zugehörigkeit ließ sich erkennen:ebenso Familienstand, soziale Stellung, derzeitige wirtschaftliche Verhältnisse und vieles mehr. Feine Unterschiede in der Kleidung waren klar definiert und dienten als Codes, die direkt ablesbar waren. Diese Funktion verlor sich im Laufe der Zeit. An ihrer Stelle trat der Wunsch nach der aktiven Gestaltung einer eigenen Identität. Durch die Globalisierung treten regionale Besonderheiten immer weiter in den Hintergrund, während die Mode sich weltweit mehr und mehr angleicht und vereinheitlicht. Sie bedient sich vielerlei Einflüssen und damit auch Elementen traditioneller Kleidung. Aus dem Kontext genommen würde man hinter diesen aufwendigen Stickereien, filigranen Mustern oder eigenartigen Kopfbedeckungen oft eher Haute Couture als Elemente traditioneller Bekleidung vermuten. Die heutige Identitätskonstruktion lebt davon, sich allem bedienen zu können. Kleidungscodes werden gezielt eingesetzt um eine Identität zu erschaffen und einen Selbstentwurf zu realisieren. Subkulturen lösen sich auf, werden teils von der Mode assimiliert und dennoch gleichzeitig verdrängt. ›time will tell‹ erzählt von der Vergangenheit der Trachten, von ihrem allmählichen Verschwinden aus dem Alltag und der Frage, ob sie überdauern werden.

  • Art und Umfang
  • Abschluss Diplom (Kommunikationsdesign)
  • Studienrichtung Foto
  • Betreut durch Prof. Dr. Pamela C. Scorzin M.A. und Kai Jünemann
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